Der letzte Beitrag auf DSINA erschien im Januar 2025. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Zu viel Zeit, könnte man sagen. Deshalb ist eine kurze Erklärung angebracht.
Ich habe nicht aufgehört zu schreiben, weil mir die Themen ausgegangen wären. Im Gegenteil. Die Themen waren weiterhin vorhanden. Die Probleme auch. Nur hatte ich zunehmend den Eindruck, dass ich mich wiederhole.
Über Jahre hinweg habe ich auf DSINA strukturelle Fehlentwicklungen im deutschen Leistungssport dokumentiert: fehlende Transparenz, unklare Kriterien, schwache Verantwortungskultur, mangelnde Konsequenz und eine auffällige Bereitschaft, Probleme zu verwalten, statt sie wirklich zu lösen.
Irgendwann stellt sich die Frage: Wie oft soll man dasselbe noch sagen?
Wenn sich nichts ändert, obwohl vieles längst benannt wurde, wird das Schweigen nicht zur Zustimmung. Es wird zur Erschöpfung. Zur Müdigkeit gegenüber einem System, das offenbar kaum bereit ist, das eigene Boot ins Wanken zu bringen — weil zu viele der Verantwortlichen selbst darinsitzen.
Genau das ist das eigentliche Problem.
In der Zwischenzeit hat sich die Lage aus meiner Sicht nicht verbessert. Im Gegenteil. Im Trampolinturnen setzt sich eine Entwicklung fort, die ich bereits früher kritisiert habe: internationale Wettkämpfe werden weiterhin als eine Art Testfeld genutzt, um erst dort festzustellen, wo die deutsche Nationalmannschaft im Vergleich zur internationalen Konkurrenz steht.
Das ist aus meiner Sicht kein Ausdruck von strategischer Klarheit, sondern ein Zeichen struktureller Orientierungslosigkeit. Wer internationale Wettkämpfe benötigt, um grundlegende Standortbestimmungen vorzunehmen, offenbart damit nicht Stärke, sondern Planungsdefizite.
Ich habe diese Vorgehensweise in früheren DSINA-Beiträgen bereits als dilettantisch bezeichnet. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert.
Dieser kurze Zwischenbeitrag ist deshalb keine Rückkehr zur Routine. Er ist eine Erklärung. Eine Erklärung dafür, warum hier lange nichts erschienen ist — und warum das leider nicht bedeutet, dass es nichts mehr zu sagen gäbe.
Im Gegenteil.
Es gibt mehr als genug zu sagen.
Aber die entscheidende Frage bleibt: Wer ist im deutschen Leistungssport wirklich bereit, zuzuhören, Konsequenzen zu ziehen und Strukturen zu verändern?
Solange diese Frage unbeantwortet bleibt, bleibt DSINA notwendig.

