Baku 2024 – Das DTB Dilemma – Blog

DSINA Grüßt euch,

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Vogel und Rösler schrammen an Halbfinals vorbei

23.02.2024

DTB-Sextett verpasst beim Trampolin-Weltcup in Baku Sprung unter die besten 24

Die deutsche Delegation in Baku | Bildquelle: DTB

Rechts im Bild sind unter anderem die beiden tonangebend verantwortlichen Architekten für den Misserfolg des deutschen Trampolinturnens zu sehen.

Mit einer großen Enttäuschung endete für die deutsche Delegation der erste Tag beim Trampolin-Weltcup in Baku. Mit dem Ziel angereist, sich wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sichern, schaffte es aus dem DTB-Sextett am Freitag niemand, sich für das Halbfinale des Einzel-Wettbewerbs zu empfehlen.


DSINA

Warum diese große Enttäuschung? Die Nationalmannschaft hat bei den Weltmeisterschaften im November nur geringfügig besser abgeschnitten als bei diesem Weltcup – lediglich einer von sechs Athleten erreichte das Halbfinale. Mit Hand aufs Herz: Konnten Kuhn als selbsternannter leitender Trainer und die Bundestrainerin Prokesova wirklich ein Wunder erwarten nach den bisherigen Ergebnissen der Weltcups?

Wir reden nicht nur vom Verlauf der Weltcups 2023/2024, sondern vergleichen auch die Ergebnisse des Verlaufs der Weltcups 2019/2020, die genauso schlecht abgeschnitten haben.

DSINA’s sofortige Reaktion darauf: Nach dem Motto ‚Ein Bild spricht mehr als tausend Worte‘ malte Pittaway die folgenden zwei Bilder:

Das Gemälde (rechts) zeigt eine Weibliche Figur in einem Zustand tiefer Innenschau oder Reue, mit einer starken visuellen Anspielung auf das Händewaschen, welches oft symbolisch für Reinigung oder den Versuch steht, sich von Schuld oder Verantwortung zu befreien.

Es kann so interpretiert werden.

Es kann eine Erzählung darstellen, in der sich jemand genötigt fühlt zu demonstrieren, dass sie nicht in den wahrgenommenen Niedergang oder die ‚beklagenswerte Situation‘ des Trampolinturnens in Deutschland verwickelt ist.

Dieses Bild (links) zeigt eine künstlerische Darstellung eines Mannes, der sich in einer stilisierten Umgebung die Hände wäscht. Es ist auffallend durch die lebendigen Farben und den expressiven Malstil. Die Art, wie der Mann abgebildet ist, vermittelt eine gewisse Schwere und Nachdenklichkeit. Die Szene ist eine moderne Interpretation oder Hommage an die biblische Geschichte von Pontius Pilatus sein, der sich nach der Verurteilung von Jesus die Hände wäscht, um seine Unschuld zu symbolisieren. Der Stil erinnert an expressionistische Werke, die Emotionen und innere Erlebnisse über realistische Darstellung stellen.

Das Gemälde besticht durch seine kraftvolle Aussage und Ausführung. Es verwendet Farbe, Form und Komposition, um eine Geschichte zu erzählen, die weit über das bloße Abbild hinausgeht. Der Betrachter wird dazu eingeladen, über die offensichtliche Handlung hinaus zu denken und die tieferen Bedeutungen und Gründen des Misserfolgs des Trampolinsports in Deutschland zu erkunden, welche der Künstler – hier Pittaway – zum Ausdruck bringen möchte.

Die enttäuschenden Leistungen bei vier der fünf Weltcups, die für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Paris entscheidend waren, zeichneten sich bereits zwei Jahrzehnte zuvor ab. Offenbar wurde dies nicht zur Kenntnis genommen, geschweige denn, dass entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden.

Werfen wir einen Blick auf den Verlauf der bisherigen Weltcups.

DTB

Turn-Team Deutschland
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DTB-Team für Trampolin-WM nominiert

11.10.2023

Kurz nach dem absolvierten Weltcup im bulgarischen Varna legte sich der DTB-Lenkungsstab auf Vorschlag von Cheftrainerin Katarina Prokesova und dem für Doppel-Mini-Trampolin verantwortlichen Coach Olaf Schmidt auf die Turnerinnen und Turner für die Weltmeisterschaften im britischen Birmingham (GBR) fest.

Trampolin (Großgerät)

DSINA

Aus welchem Grund? Zur Erinnerung:

Beim dritten Weltcup in Varna konnten die sechs Athleten des Perspektivkaders von den insgesamt 1080 möglichen Punkten lediglich 68 Punkte sammeln.

In DSINA’s Blog findet sich eine Tabelle, die die Ergebnisse und die Punkteverteilung des Jahres 2023 detailliert darlegt.


Combra PunktePalm BeachVarna PunkteOS Quali




von 180 Punkten





Leonie001515
Aileen0404
Caio0000
Matthias P1001
Matthias S80917
Fabian1516031


Es ist keinesfalls überraschend, dass sich nur einer der sechs aktiven Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft unter den Top 24 Teilnehmenden bei den Weltmeisterschaften einen Platz im Halbfinale sichern konnte.

Daher stellt DSINA erneut die Frage:

Warum empfinden wir Enttäuschung? Die Ergebnisse waren nicht unerwartet, sondern vorhersehbar.

DTB-Bericht

Der deutsche Meister Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) kam diesem Ziel bei den Männern noch am nächsten. Bei seiner zweiten Übung im Vorkampf erreichte der 28-Jährige 57,58 Punkte. Das bedeutete, bei einem Rückstand von drei Zehnteln auf den direkt vor ihm liegenden Kanadier Remi Aubin, den ersten Reserveplatz, verbunden mit der leisen Hoffnung, vielleicht doch noch in die Entscheidung der besten 24 nachzurücken. Vogel war nach einer Fußverletzung mit einem Trainingsrückstand in Aserbaidschan angereist. Bundestrainerin Katarina Prokesova zeigte sich im Vorfeld optimistisch, dass der Routinier sich trotzdem in guter Form präsentieren würde.

DSINA

Noch einmal: Woher stammte dieser Optimismus? Bei den Weltmeisterschaften landete Fabian auf dem wenig beeindruckenden 97. Platz von 99 Teilnehmern im Einzelwettbewerb. Wie konnte man erwarten, dass er seine Leistung dramatisch steigert und mit herausragender Souveränität auftritt, obwohl er kürzlich eine Fußverletzung erlitten hatte und im Training zurücklag?

Laut Prokesova „Doch die Taktik dafür ging nicht auf“.

DSINA

Aber um welche „Taktik“ handelt es sich?

DSINA unternimmt in diesem Bericht erneut den Versuch, einen Dialog mit der Bundestrainerin und den Trainern zu initiieren, einschließlich der beiden ehemaligen Bundestrainer, Jörg Hohenstein und Michael Kühn, die Ende 2016 von ihren Aufgaben beim DTB entbunden wurden. Michael Kühn, der sich in einem Interview aus dem Jahr 2022 noch immer als leitender Trampolintrainer bei den Weltmeisterschaften sah, war bereits fast zwei Jahrzehnte lang als Cheftrainer für den DTB tätig. Obwohl seit seiner Entlassung im Jahr 2016 bereits sechs Jahre vergangen sind, betrachtet er sich nach wie vor als Deutschlands führenden Trainer.

DSINA:

Definition von Taktik:

Taktik bezieht sich auf die spezifischen Methoden oder Vorgehensweisen, die angewendet werden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, insbesondere in Situationen, die Wettbewerb, Konflikt oder komplexe Interaktionen beinhalten. Es geht dabei um die kluge Planung und Anpassung von Handlungen oder Strategien, um in einer gegebenen Situation das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

DSINA, Taktik und Strategien: Der Bereich Spitzensport Trampolinturnen des DTB hegt weiterhin die Hoffnung auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, welche maßgeblich von der Platzierung und den damit verbundenen Olympiaqualifikationspunkten von Leonie und Fabian abhängt.

„Um diese Chance zu wahren, mussten die Bundestrainerin und der leitende Trainer des deutschen Trampolinsports eine strategische Entscheidung treffen: Die Teilnahme von Matthias Pfleiderer, Matthias Schuld, Caio Lauxtermann und Aileen Rösler am letzten und entscheidenden World Cup in Cottbus im Einzelwettbewerb – und somit vor heimischem Publikum – musste zurückgezogen werden.“

Die Begründung:

„Bei den Damen konnte Aileen Rösler bei vier Weltcups nur 7 von 240 möglichen Olympiaqualifikationspunkten sammeln, was ihre Chancen auf eine Teilnahme in Paris zunichtemacht. Eine Spitzenleistung vor heimischem Publikum könnte allerdings dazu führen, dass sie Leonie in der Qualifikation überholt und damit Leonies Chancen auf eine Olympiaqualifikation gefährdet. Im schlimmsten Fall könnte Aileen sogar eine deutsche Teilnahme in Paris aufs Spiel setzen oder im äußersten Fall vereiteln.“

Bei den Herren: Caio hat noch keine Punkte, Matthias Pfleiderer hat einen und Matthias Schuldt 17 von 240 möglichen Punkten erzielt. Somit sind alle drei aus dem Rennen für Paris.

Es ist verständlich, dass Caio vor heimischem Publikum glänzen möchte. Matthias Pfleiderer und Matthias Schuld haben bei den Weltcups bessere Ergebnisse als Fabian erzielt. An einem sehr guten Tag könnten sie Fabian in der Qualifikation überholen, was eine Katastrophe für die deutschen Olympiahoffnungen bedeuten würde.

Fragen wir uns: Haben die Bundestrainerin und der leitende Trainer diese Szenarien bedacht? DSINA zweifelt daran. Andernfalls würden sie die genannten Sportler nicht antreten lassen. Wenn sie es bedacht haben, aber nicht handeln, könnte man fragen, ob sie zu zurückhaltend sind, um diese unangenehme, aber strategisch kluge Entscheidung zu treffen.

Genau aus diesem Grund veröffentlicht DSINA diesen Podcast und Blog vor dem Beginn des Weltcups in Cottbus. Sollte das ‚Worst-Case‘-Szenario eintreten, ist es weiser, sagen zu können, dass man es bereits im Vorfeld erahnt hat, anstatt es erst nach dem Wettkampf zu tun. Es ist offensichtlich, dass allein das Risiko solcher Ereignisse ausreichend Grund bietet, präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Sogar wenn alles gut ausgeht und Fabian sich für Paris qualifiziert, war es, taktisch gesehen, die falsche Entscheidung der verantwortlichen Trainer, die gesamte Nationalmannschaft beim letzten Weltcup und Olympiaqualifikationswettkampf antreten zu lassen.

Im Trampolinturnen umfassen Taktiken zum Beispiel die gezielte Auswahl von Übungen, die den Wettkampfrichtlinien entsprechen. Dazu gehörten eine sorgfältige Planung und Berechnung der vier zentralen Elemente einer Übung: Zuerst kommt die ‚Haltung‘, die mindestens 8,00 Punkte erreichen muss und doppelt gewichtet wird. Es folgen der ‚Time of Flight‘ (ToF), die ‚Horizontal Displacement‘ und schließlich der Schwierigkeitsgrad der Übung. Diese Bewertungskriterien gelten für alle Altersgruppen und Wettkampfkategorien – von Anfängern bis zu Weltmeistern und Olympiasiegern.

„Die erste Übung hat er sehr sicher geturnt“, erzählte Prokesova.

Die Stellungnahme der Bundestrainerin Katarina Prokesova spiegelt das Niveau wider, auf das sich die Verantwortlichen im Bereich Trampolinturnen und im Resort Spitzensport eingestellt und agieren haben. Prokesovas Aussage, die Übung sei ‚zu leicht gewesen‘, bezieht sich auf den Schwierigkeitsgrad von 16,20, den Fabian in seiner Übung erreicht hat. Diese Behauptung ist jedoch nicht haltbar – obwohl er die Übung zu Ende gebracht hat, war seine Ausführung auf Weltcupniveau keineswegs ’sehr sicher‘, wie von der Bundestrainerin dargestellt.

Ein direkter Vergleich mit Ivan Litvinovich (AIN), der als Sieger aus der ersten Qualifikationsrunde hervorging, zeigt, dass Ivan in seiner Übung 1,5 Punkte mehr an Schwierigkeit vorweisen konnte als Fabian. Daher rührt der Kommentar von Prokesova, Fabians Übung sei ‚zu leicht‘ gewesen – eine Einschätzung, mit der sich die Bundestrainerin nicht auf einer Linie mit der DSINA befindet.

Lassen wir den Schwierigkeitsgrad beiseite – Fabian mit 16,20 im Vergleich zu Ivans 17,70 – und fokussieren uns auf das Kernstück der Bewertung: die Noten für Haltung und ‚Time of Flight‘ (ToF).

AthletHaltungsnotenToF Wertung
Ivan17.118.08
Fabian15.116.98
Unterschied2.01.1

Es besteht eine deutliche Qualitätsdifferenz von 3,10 Punkten in den Gesamtwertungen zwischen Ivans Übung und der von Fabian, und das, ohne Ivans höheren Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen, der zusätzlich 1,5 Punkte über dem von Fabian liegt. Tatsächlich erzielte Fabian eine Haltungsnote von 15,10, was effektiv eine Wertung von 7,55 entspricht. Nur einer der Athleten, die vor Fabian in der ersten Runde platziert waren, hatte eine schlechtere Haltungsnote, und nur drei erzielten insgesamt niedrigere Wertungen als er.

DSINA hinterfragt:

Wenn laut Bundestrainerin Prokesova Fabians Übung nicht nur sicher, sondern sogar ’sehr sicher‘ war und zudem ‚zu leicht‘ erschien, wie erklärt es sich dann, dass seine Wertungen in Haltung und ToF um 3,10 Punkte niedriger ausfielen als die von Ivan, dessen Übung einen um 1,5 Punkte höheren Schwierigkeitsgrad aufwies?

Zur Information: Bis zu diesem vierten Weltcup waren russische und belarussische Sportler aufgrund des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine von allen Weltcups, also den Olympiaqualifikationswettkämpfen, ausgeschlossen.

Interessanterweise erreichten bei dem ersten der vier Weltcups 2024 alle sechs Athleten unter dem Kürzel AIN das Halbfinale und sicherten sich damit auf Anhieb Punkte für die Olympiaqualifikation.

DSINA hat die Qualität des Trampolinturnens thematisiert und liefert einige aufschlussreiche Daten: Von den Top 7 Athleten in den Qualifikationsrunden waren fünf von AIN. Der Sechstplatzierte aus diesem Bund erreichte den 22. Platz. Von Deutschlands Perspektivkaderaktiven, männlich wie auch weiblich, erreichte kein Einziger das Halbfinale.

Die Analyse dieser Ergebnisse durch DSINA im Vergleich mit den Leistungen der deutschen Nationalmannschaft lässt Rückschlüsse auf den selbstverschuldeten Zustand zu, in dem sich Deutschlands sogenannten Trampolin-Elite seit Jahren befindet.

DSINA

Laut Prokesova, Bei der zweiten, schwierigeren Performance passierte Vogel dann „ein leichter Fehler“.

Zu der Aussage über den ‚leichten Fehler‘ von Vogel in der zweiten, schwierigeren Übung: Was Bundestrainerin Katarina Prokesova als ‚leichten Fehler‘ abtut, spiegelt genau den Fehler wider, den sie und die Trainer in den Bundesleistungszentren über zwei Jahrzehnte lang wiederholt haben.

Bereits im Jahr 2017 veröffentlichte Pittaway einen Bericht mit dem Titel „Einschätzung der Lage“, der zugänglich war und wesentliche Einsichten für das gesamte Fachgebiet bot.

Er stellte fest, dass die erforderlichen Schwierigkeitsgrade und die Zielpunktzahl hauptsächlich zu erreichen waren, wie durch die vergleichende Berechnung ersichtlich ist. Dabei wurden die Haltungsnoten mit zunehmender Schwierigkeit in der jeweiligen Übung nach unten angepasst. Wenn die Haltung nicht stimmt, dann fehlt es auch an Souveränität in der Ausführung einer Übung und von Stabilität kann keine Rede sein.

Unabhängig von den spezifischen Qualifikationskriterien und deren Gewichtung, ist eine Haltungsnote von 8,00 in der Kür auf internationaler Ebene unerlässlich, wenn man ernsthafte Ambitionen hat, sich mit den Top 30 Athleten der Welt zu messen.

Laut Bundestrainerin Prokesova, während der zweiten, anspruchsvolleren Darbietung unterlief Vogel dann „ein leichter Fehler“. In DSINA’s Blog ist eine Tabelle zu sehen, die seine Wettkampfergebnisse darstellt.


SchwierigkeitHaltungHDToFPunkte
Fabian




Übung 116,2015,109,3016,98057,580
Übung 216,9013,809,0016,68056,38






Fabian erhielt für die Haltung in seiner Kür nicht einmal eine Bewertung im Siebenerbereich. Dies entspricht genau den Punkten, die Pittaway bereits in seiner Analyse von 2017 an die Trainer herantrug – allerdings ohne Erfolg. Sieben Jahre später wiederholen die Trainer dieselben strategischen Fehler.

Pittaway 2017

„Anstatt über Kriterien herzufallen muss man sich unter anderem fragen, „Warum ist die Leistungsentwicklung der Athleten seit Jahren auf der Strecke geblieben?“ „Warum haben wir den Anschluss an die internationale Spitze verloren?“ „Warum haben sich meine Aktiven nicht für die WM qualifizieren können?“ „Was hat gefehlt und an was muss ich arbeiten um dabei zu sein?“ „Welche Prioritäten und in welcher Reihenfolge packen wir die Aufgaben an?“ „Wird im Training überhaupt strategisch vorgegangen?“

Die Zuständigen im Bereich des Trampolinturnens haben bislang keine Antworten auf diese drängenden Fragen gegeben.

Nun zum Frauenwettbewerb:

DTB-Bericht

Bei den Frauen verpasste Aileen Rösler mit 52,730 Punkten als dritter Ersatz das Weiterkommen sogar nur um 14 Hundertstel. „Mit ihrer Leistung sind wir sehr zufrieden“, kommentierte Prokesova. „Sie hat das gezeigt, was sie auch im Training macht, und ihre neuen Übungen durchgeturnt.“

Nun zu den Resultaten der weiblichen Athletinnen, beginnend mit Aileen. Im Blog von DSINA findet sich eine Tabelle, die Wettkampfergebnisse vergleicht, und zwar zwischen den Jahren 2024 und 2017.

2024SchwierigkeitHaltungHDToFPunkte
Aileen




Übung 113,1014,709,5015,07052,370
Übung 213,7014,809,3014,93052,730






Betrachten wir Aileens Ergebnisse von 2017, als sie den Titel der Weltjuniormeisterin errang.

2017SchwierigkeitHaltungKombi WertToFPunkte
DTB-Kriterien
16,0032,0016,00053,00
Aileen
HaltungHDToF
Übung 112,1016,009,3015,99053,390

Mit einer Haltungsnote von 16,00 und einem Time of Flight (ToF) von 15,99 erfüllte Aileen so gut wie die von Pittaway im Jahr 2017 aufgestellten Kriterien – eine Haltungsnote von 16,00 und einen ToF-Wert von 16,00. Sie verfehlte diese nur um ein Hundertstel, konnte jedoch dennoch den Weltjuniormeistertitel erringen.

Bei der Analyse der Werte von 2017 und denen von 2024, unter Berücksichtigung der dazwischen liegenden sieben Jahre, wird deutlich: Aileen wies 2017 sowohl hinsichtlich der Haltung als auch beim Time of Flight qualitativ bessere Ergebnisse auf als 2024. Zudem erreichte sie 2017 eine höhere Gesamtpunktzahl als in 2024.

DSINA hat die Resultate dieser beiden Wettbewerbe nicht zufällig ausgewählt, sondern um eine bedeutsame These zu stützen – im direkten Widerspruch zu der Aussage der Bundestrainerin, die sich mit den Worten „Mit ihrer Leistung sind wir sehr zufrieden“ lobend äußerte.

Wie lässt sich das erklären? Offensichtlich hat sich Aileen innerhalb der genannten sieben Jahre nicht verbessert; vielmehr zeigen die Daten eine signifikante Verschlechterung ihrer Leistungen, eine Tendenz, die sich auch bei der Nationalmannschaft abzeichnet.

Werfen wir einen genaueren Blick auf das Beispiel von Leonie Adam.

DTB-Bericht

Die Olympiazehnte von Rio, Leonie Adam (MTV Stuttgart), belegte mit 52,370 Punkten Rang 32. „Sie hat die erste Übung sehr souverän geturnt, aber die Punkte, die sie bekam, waren sehr enttäuschend“, erzählte die Bundestrainerin. „Wir hatten definitiv mit einer besseren Haltungsnote gerechnet.“ Die zweite Übung sei dann leider schlecht gelaufen. 

Erneut steht eine Äußerung der Bundestrainerin im Widerspruch zu den Tatsachen. Es ist erwähnenswert, dass Aileen und Leonie im selben Wettkampfgruppe antraten. Während die Bundestrainerin mit den Leistungen von Aileen sehr zufrieden war – hier zitiert DSINA: „Mit ihrer Leistung sind wir sehr zufrieden“ –, wurden bei Leonie, trotz ihrer souveränen Ausführung der einzigen Übung, höhere Erwartungen an die Haltungsnote gestellt: „Wir hatten definitiv mit einer besseren Haltungsnote gerechnet.“

Es drängt sich die Frage auf, ob international geschulte Kampfrichter innerhalb derselben Wettkampfgruppe tatsächlich zu so unterschiedlichen Bewertungen kommen können, oder ob vielleicht die Einschätzung der Leistung von Leonie, wie auch anderer der Nationalmannschaft, durch die Bundestrainerin nichtzutreffend ist.


Vergleichen wir nun Leonie Baku Ergebnisse von 2024 mit denen der Weltmeisterschaften von 2018.


SchwierigkeitHaltungHDToFPunkte
Leonie




Übung 113,1014,709,5015,07052,37
Übung 22,303,001,803,230Abgebrochen






Hier sind die Ergebnisse von Leonie bei den Weltmeisterschaften 2018, bei denen sie den beachtlichen 10. Platz erreichte. Diese Leistung wird den Ergebnissen des Olympia-Qualifikationsweltcups 2024 gegenübergestellt.

LeonieSchwierigkeitHaltungKombi WertToFHDPunkte
WM 2018 DTB- Kriterien

16,00

32,000

16,000



53,000
WM 201813,1016,3032,31016,0108,9054,310
WC 202413,1014,70Kombi Wert15,0709,5052,370



Gestrichen


Leonie 2018
10. im Halbfinale, sie verpasste das Finale um 0,15 Punkte

Nochmal, wie lässt sich das erklären? Offensichtlich hat sich Leonie innerhalb der genannten sieben Jahre nicht verbessert; vielmehr zeigen die Daten eine signifikante Verschlechterung ihrer Leistungen, eine Tendenz, die sich auch bei anderen Mitgliedern der Nationalmannschaft abzeichnet.

DTB-Bericht

Bei den Männern kam neben Vogel nur noch Caio Lauxtermann (SC Cottbus) durch sein Programm.

Kein Mitglied der Nationalmannschaft schafft es derzeit, eine Kürübung mit einer Bewertung im 8-Punkte-Bereich zu turnen. Ebenso gelingt es keinem, eine ansprechende Time of Flight (ToF) zu erreichen, geschweige denn eine Kombination aus beidem. Das liegt nicht daran, dass sie es nicht könnten, sondern daran, dass solche Werte weder im Training gezielt angestrebt noch geübt werden. Warum ist das so? Denn die notwendigen Anstrengungen würden bedeuten, dass Trainer und Turner ihre Komfortzone verlassen müssen – eine Herausforderung, der sie sich seit sieben Jahren weder zu stellen noch sie anzunehmen bereit sind.

Matthias Schuldt (TG Dietzenbach) und Matthias Pfleiderer (MTV Stuttgart) brachten jeweils beide Vorträge nicht zu Ende. „In der Vorbereitung hatten die Übungen auf Anhieb geklappt, aber es ist etwas anderes, sie unter Druck im Wettkampf zu turnen“, sagte die DTB-Verantwortliche.

Ja, Pech gehabt – wenn wir Matthias Pfleiderer als Beispiel nehmen: Bei vier Weltcups, bei denen insgesamt 240 Olympia-Qualifikationspunkte zu vergeben waren, erzielte Matthias gerade einmal einen Punkt. Matthias Schuldt kam mit 17 Punkten aus 240 auch nicht gerade souverän durch die Weltcups. Dennoch behauptet Bundestrainerin Prokesova, die Vorbereitungen seien ohne Probleme verlaufen, da die Übungen ja auf Anhieb geklappt hätten Aber weit gefehlt, und die Verantwortlichen waschen ihren Händen in Unschuld.

Ein Gruß von Pontius Pilatus.

Die Bundestrainerin, die Heimtrainer und insbesondere die ehemaligen DTB-Cheftrainer Michael Kuhn und Jörg Höhenstein stehen vor erheblichen Schwierigkeiten, wenn es darum geht, ihre Rolle und die erforderlichen Maßnahmen richtig zu bewerten sowie die tatsächlichen Gegebenheiten und Entwicklungen im internationalen Trampolinsport adäquat zu erfassen.

DTB-Bericht

Laut Prokesova, ‚Man werde die Leistungen genau analysieren und sich noch mehr mit der Wettkampfsituation auseinandersetzen‘.

Seit über einem Jahrzehnt haben die Verantwortlichen wahrscheinlich keine tiefgehenden Analysen durchgeführt, vielleicht weil sie sich aufgrund ihrer Expertise sicher fühlen. DSINA verwendet den Begriff ‚wahrscheinlich‘, denn wenn tatsächlich fundierte Analysen stattgefunden hätten, befände sich Deutschland nicht in der düsteren Lage, in der es sich befindet.

DTB-Bericht

Hier folgt ein weiterer Ausschnitt und Zitat von Prokesova:

Einen Tag nach dem Aus der kompletten DTB-Riege im Einzelwettbewerb haderte Prokesova ein wenig damit, dass es im Halbfinale der Männer am Samstagvormittag viele Abbrüche gab und es damit, im Vergleich zu anderen Weltcups, einfacher war, sich auch mit zu Ende geturnten Vorträgen gute Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sichern. „Aber darauf haben wir keinen Einfluss“, sagte die DTB-Verantwortliche. „Man muss ins Halbfinale kommen, und das haben wir diesmal ganz knapp verpasst.“

Laut Prokesova heißt es: „Aber darauf haben wir keinen Einfluss.“ Das erscheint unglaubwürdig. Es ist schwer vorstellbar, dass Trainer und Athleten keinen Einfluss auf ihre Ergebnisse haben sollten. Wenn nicht sie, wer dann? Es mag stimmen, dass eine abwartende Haltung, die auf Hoffnung statt auf Strategie basiert, vorherrscht: Wenn es klappt, ist es großartig; wenn nicht, dann ist es einfach Pech.

Unglaublich

Fazit:

Die Gesamtleistung der deutschen Nationalmannschaft im Trampolinturnen bei den Weltcups und deren Vorbereitung durch die Bundestrainerin und die Heimtrainer steht im Fokus der Betrachtung. Über ein Jahrzehnt hinweg scheint es eine Diskrepanz zwischen den erwarteten und den tatsächlichen Leistungen zu geben. Dies deutet darauf hin, dass notwendige Analysen und strategische Planungen entweder nicht durchgeführt oder nicht effektiv umgesetzt wurden.

Bei den Weltcups 2024 in Baku hat insbesondere die Leistung von Matthias Pfleiderer, der nur einen Punkt von 240 möglichen erzielte, sowie von Matthias Schuldt mit 17 Punkten, die Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit und der Zielsetzungen innerhalb des Teams aufgeworfen. Die Aussage von Bundestrainerin Prokesova, dass die Vorbereitungen reibungslos verliefen, wirkt im Kontrast zur tatsächlichen Leistung unglaubwürdig.

Die Analyse der Ergebnisse einzelner Athleten, wie die von Aileen und Leonie, zeigt ebenfalls, dass trotz des Vorhandenseins von Talent und früheren Erfolgen – wie Aileens beinahe erfüllten Kriterien von 2017, die zum Junioren-Weltmeistertitel führten, und Leonies 10. Platz bei den Weltmeisterschaften 2018 – in den folgenden Jahren keine signifikanten Verbesserungen zu verzeichnen sind. Dies lässt auf eine fehlende Weiterentwicklung und eine verfehlte Trainingsmethodik schließen.

Abschließend wird die Effektivität der deutschen Trampolinturnen-Nationalmannschaft kritisch hinterfragt. Dabei werden die methodischen Ansätze, die Zielsetzung und die Bereitschaft, über bestehende Komfortzonen hinauszugehen, infrage gestellt. Die Verantwortlichen haben Schwierigkeiten, ihre Leistung richtig zu beurteilen und entsprechend anzupassen, um auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Ergebnisse der Nationalmannschaft bei den olympischen Qualifikationswettkämpfen zeichnen ein deutliches Bild, welches nicht von DSINA kommentiert, sondern durch die Daten bestätigt wird:

In DSINA’s Blog ist eine Tabelle zu sehen, die die Wettkampfergebnisse der Nationalmannschaft nach vier Olympiaqualifikationswettkämpfen darstellt.


WC CombraPalm BeachWC VarnaWC Bakuvon 240 Punkten






Leonie0015015
Aileen04037
Caio00000
Matthias P10001
Matthias S809017
Fabian15160435






Beim Weltcup in Coimbra haben 50% der Nationalmannschaft keine olympischen Qualifikationspunkte erzielt.

In Palm Beach waren es 66% der Nationalmannschaft, die keine Punkte erhielten.

Sowohl in Varna als auch in Baku konnten ebenfalls 66% der Nationalmannschaft keine Qualifikationspunkte sammeln.

Dass 50% der Athleten in Coimbra und jeweils 66% in den folgenden drei Weltcups keinen Einzug in die Top 30 geschafft haben, unterstreicht, dass selbst langjährige Mitglieder des Perspektivkaders die gesteckten Ziele bei weitem nicht erreichen konnten.


Wie immer, in diesen schwierigen Zeiten, passt auf euch auf. Bleibt gesund und munter, euer Podcaster und Blogger.
David Pittaway

Als Sportbegeisteter, Trampolin Enthusiast und immer für unsere Sportart mit dem Herzen dabei hat Dave sehr viel in der Vergangenheit erreicht.
Jetzt ist es Zeit einiges an Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben.

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