WM Analyse 2022 – Blog

DSINA Grüßt euch

Zu allererst möchte sich DSINA hiermit bei allen Lesern und Zuhörern weltweit ganz herzlich bedanken, dass ihr so zahlreich 2022 dabei ward und deshalb wünscht DSINA euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo wir uns hoffentlich gesund und munter wieder hören.

Vorweg und zur Information, DSINA geht am 23.1. online, schaut rein, es wird sicherlich interessant.


Jetzt zur WM 2022 in Sofia.

Platzierungen sind das eine und Ergebnisse sind was ganz anderes, das sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel! DSINA untersucht in dessen nächster Berichterstattung den Unterschied.

Also, das wird am 19. Dezember 2022, sprich heute, das Thema für DSINA’s Podcast und Blog.


Fangen wir mit einem abgespeckten DTB Bericht diesen Podcast und begleitenden Blog an.

Weltmeisterschaften im Trampolinturnen vom 14.11.2022

Trampolinturnerinnen und -turner vor dem WM Auftakt in Sofia

Mit insgesamt sechs Athletinnen und Athleten wird das Turn-Team Deutschland bei den Weltmeisterschaften im Trampolinturnen vom 16. bis 19. November 2022 in Sofia (BUL) vertreten sein.

„Die Sportlerinnen und Sportler sind sehr motiviert, gut vorbereitet und freuen sich auf die Wettkämpfe“, so Prokesova einen Tag nach der Anreise.


DSINA

Die Frage ist, wie gut sind die Sportlerinnen und Sportler tatsächlich vorbereitet. Tatsache ist, von den sechs Athletinnen und Athleten haben sich nur zwei, eine Frau, Aileen Rösler und ein Mann, Fabian Vogel regelkonform für die WM qualifizieren können. Sprich, zwei Drittel der Nationalmannschaft hat sich für diesen Wettkampf nicht regelkonform qualifizieren können.

Da sich 2/3 der Mannschaft für die WM nicht qualifizieren konnte, könnte man, in diesem Fall, die Bundestrainerin, sich selbst was vor machen, wenn man sagt, die Mannschaft sei gut vorbereitet. Niemand der Nationalmannschaft konnte sich für die EM 2022 regelkonform qualifizieren, und zum wiederholten Mal, 2/3 der WM Mannschaft konnte sich auch für die WM offiziell, sprich regelkonform, nicht qualifizieren. Selbstverständlich freuen sich die Aktiven. Unter solchen Voraussetzungen, wer von den nicht Qualifizierten würde sich nicht auf eine Teilnahme an einem Wettkampf wie eine Weltmeisterschaft freuen?


16.11.2022

Turn-Team Deutschland

Deutsche Trampolinturner springen bei WM ins Teamfinale

https://www.dtb.de/trampolinturnen/news?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=11586&cHash=4b6084ceacc73163b92923ccde1ad205

Das Männer-Quartett des DTBs belegt im Vorkampf von Sofia den dritten Platz.

Die deutschen Trampolinturnerinnen und -turner sind am Mittwoch gut in die Weltmeisterschaften von Sofia gestartet. In der olympischen Einzeldisziplin lösten Leonie Adam (MTV Stuttgart) und Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) in der Qualifikation der Titelkämpfe in der bulgarischen Hauptstadt Tickets für die Halbfinals am Freitag.


DSINA

Betrachten wir die Ergebnisse von folgender Perspektive aus. Prozentual, zweidrittel, sprich 66% der Nationalmannschaft waren nicht in der Lage, einen Platz unter den Top 24 zu ergattern.


WM Resultate:

https://live.gymnastics.sport/schedule.php?idevent=16462

Nach dem Motto ‚Ladies First‘ beginnen wir mit den Frauen:

50% der Frauen Nationalmannschaft konnte 50% ihre beiden Übungen nicht durchturnen. 50% der Frauen Nationalmannschaft konnte einen der Top 24 Halbfinalplätze nicht erreichen. Aileen Rösler als zweite Frau im Team landete auf dem 45. Platz in der Qualifikationsrunde.

A. RöslerDETHScoreBest Score
Platz





456.9007.6007.9804.40026.880

11.10015.80015.1508.70050.75050.750







Durchschnitt9.00011,70023.1306,5538.81538.815
L. AdamDETHScoreBest Score
Platz





2012.70016.00015,1109.20053.17053.170







Durchschnitt12.70016.00015,1109.20053.17053.170

Frauen Halbfinale Ergebnis:

L. AdamDETHScoreBest Score
Platz





1113.70015.50015.4209.20053.82053.820







Leonie erreichte das Halbfinale auf dem 20. Platz, mit einer Punktzahl von 53.170. Mit einer Punktzahl von 53.820 gehört diese Marke zu Leonies besten Leistungen im Jahr 2022. Es wurde nach DSINA’s bestem Wissen und Gewissen nur getoppt durch Leonies Kürübung im Halbfinale bei der EM, in der sie 53.890 turnte. Also mehr, wenn sie ihre Übung durchturnt, war und ist momentan nicht von Leonie zu erwarten.

Nicht zu vergessen ist wie der Qualifikationswettkämpfe für Leonie gelaufen sind. Für die EM und WM 2022 gab es 19 mögliche Übungen um sich für die beiden Wettkämpfe zu qualifizieren. Von den 19 Übungen hat Leonie nur eine einzige, regelkonforme Wertung erhalten, die die Qualifikationsnormen erfüllte, ein desaströses Ergebnis.

Und weil wir von einem solchen Ergebnis bei den Frauen sprechen, der DTB hat eine Bundestrainerin und 3 bescheinigte Bundestützpunkte/Leistungszentren. Zudem hat das Fachgebiet Trampolinturnen 14 hauptamtliche Trainer mit entsprechenden Leistungszentren und trotz alldem sind die Verantwortlichen nicht in der Lage, eine Frauenmannschaft mit vier Frauen auf die Beine zu stellen. Das ist ein Armutszeugnis und von einem Konkurrenzkampf um einen Platz in der Nationalmannschaft ergattern zu können, kann keine Rede sein. Aufgrund dessen werden Qualifikationswettkämpfe und Regelungen wie bei der EM und WM von den Verantwortlichen bewusst über den Haufen geworfen in der Hoffnung, dass es keiner merkt. DTBs Qualifikationskriterien und Wettkämpfe sind nachweislich eine Farce.


Zu den Männern

75% der Männer Nationalmannschaft konnte sich für das Halbfinale nicht qualifizieren. Es sind dieselben 75%, die sich nicht in den Qualifikationswettkämpfen zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften regelkonform qualifizieren konnten. Interessant, die Durchschnittsleistung der drei Männer bei der WM war 56.62 Punkte. Sprich, 0,38 Punkte unter derQualifikationsnorm (57,00 Punkte) für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften.

F. VogelDETHScoreBest Score
Platz





916.20015.70017,1509.70058.73058.730

16.20014.90016.8609.40057.360







Durchschnitt16.20015.30017.1009.55058.050
M. SchuldtDETHScoreBest Score
Platz





2616.20014.60016.8609.80057.46057.460

3.8003.2003.6302.00012.630







Durchschnitt10.0008.90010.2505.90035.050
Tim-OliverDETHScoreBest Score
Platz





3516.20014.50016.5809.10056,38056.380

16.00013.80016.2408.60054.640







Durchschnitt16.10014.15016.4108.85056.050
M PfleidererDETHScoreBest Score
Platz





3915.60014.60016.5409.10055.840

16.20013.80016.9209.10056.02056.020







Durchschnitt15.90014.20016.7309.10055.930


Nicht gerade eine Weltklasse Leistung, oder?

Und das obwohl Deutschland, was die Förderung der Sportler und Sportlerinnen betrifft, zu den privilegierten der Welt gehört. Andere zahlreiche Länder dieser Welt stehen nicht so gut da und sind bei weitem nicht so privilegiert. Deshalb können einige Länder durch fehlende Infrastruktur und finanzielle Mittel keine Mannschaft stellen. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, trotzdem gibt es viele Sportarten hier zulande, die um deren Anteil an den Steuergeldern kämpfen, um den Sport am Leben zu erhalten. Deswegen müssen der DTB und das Fachgebiet international Präsenz zeigen. Komme was wolle und jedes Mittel dient diesem Zweck.

Nochmal, 75% der Männermannschaft, die sich für die Weltmeisterschaften nicht regelkonform qualifiziert hat, waren auch diejenigen, die sich nicht für das Halbfinale qualifizieren konnte. Pech gehabt, oder war das von vornherein abzusehen?

Deutschlands Trampolinsport hat Förderungsmöglichkeiten, die exzellent sind aber die Verantwortlichen wissen das nicht zu schätzen. Der Sport hat gewaltige Probleme, angefangen mit dem Problem des Satt seins, zu dem Protektionismus eine nicht unerhebliche Rolle spielt, gepaart mit unzureichenden Standards und fehlenden Kontrollmechanismen auf allen Ebenen.

Wie dem auch sei, bleiben wir bei DTBs Berichterstattung und der Überschrift ‚Deutsche Trampolinturner springen bei WM ins Teamfinale‘ vom 16.11.2022

„Das haben wir schon lange nicht mehr geschafft, das haben sie super gemacht“, sagte Bundestrainerin Katarina Prokesova erfreut.


DSINA

Es gab berechtigte Gründe, warum die Bundestrainerin Katarina Prokesova sich freuen konnte. Warum? Wen man die Ergebnisse näher betrachtet wird man feststellen müssen, dass deren Leistungen nicht so überragend waren wie der erreichte dritte Platz hätte vermuten lassen.

F. VogelDETHScoreBest Score
Platz





916.20015.70017,1509.70058.730

16.20014.90016.8609.40057.360
Team



116,090116,090














Tim-OliverDETHScoreBest Score
Platz





3516.20014.50016.5809.10056,380

16.00013.80016.2408.60054.640
Team




111.020














M PfleidererDETHScoreBest Score
Platz





3915.60014.60016.5409.10055.840

16.20013.80016.9209.10056.020
Team



111.860







Der vierte im Bund Matthias Schuldt brach seine zweite Übung ab und somit kam seinen Punkten nicht in die Endwertung.

M. SchuldtDETHScoreBest Score
Platz





2616.20014.60016.8609.80057.460

3.8003.2003.6302.00012.630
Team




70.090








Es ist wahr, die Männer turnten sich ins Teamfinale und belegten einen hervorragenden dritten Platz. In Anbetracht der schwachen Leistung der Männermannschaft im Einzel, wie war das überhaupt möglich?


DSINA

Bevor DSINA diese Frage beatwortet blicken wir auf die Ergebnisse der Männermannschaft. Die Durchschnittsleistung der drei Mitglieder der Nationalmannschaft, die sich für das Teamfinale qualifizieren konnten, betrug 56,676 Punkte. Interessant, die Durchschnittsleistung der drei Männer, sprich 75% der Mannschaft, die sich für das Halbfinale nicht qualifizieren konnten waren 56.62 Punkte. In beiden Fällen keine Weltklasse Leistung.


Der DTB Bericht vom 18.11.2022

https://www.dtb.de/trampolinturnen/news?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=11595&cHash=fc043848456a906ba2c2e4d4a04b48cd

Männermannschaft sichert sich in Sofia erste DTB-Medaille seit 2003

Die deutschen Trampolinturner sind im Teamfinale der Weltmeisterschaften von Sofia überraschend zu Bronze geflogen.

„Das ist sensationell“, kommentierte Bundestrainerin Katarina Prokesova den Erfolg. „Wir waren fast 20 Jahre lang nicht mehr im Finale, und jetzt gewinnen wir eine Bronzemedaille. Damit hätte ich nie gerechnet. Wir sind wahnsinnig glücklich!“ Zuletzt hatten die DTB-Männer 2003 in Hannover Gold geholt.


DSINA

Im Finale konnte sich die Mannschaft um 23 Hundertstel verbessern und erreichte eine Durchschnittsleistung von 56.91 Punkten. Das war ausreichend um die drittstärkste Mannschaft der diesjährigen (2022) Weltmeisterschaften zu sein.

Es gab wie gesagt berechtigte Gründe warum die Bundestrainerin Katarina Prokesova sich freuen konnte. Warum? Wen man die Ergebnisse näher betrachtet wird man feststellen müssen, dass deren Leistungen nicht so überragend waren wie der erreichte dritte Platz hätte vermuten lassen.

Es gab verschiedene Gründe, warum die deutsche Nationalmannschaft diese hervorragende Platzierung hat erreichen können. Erstens, obwohl 75% der Nationalmannschaft das Halbfinale nicht erreichen konnte, gelang es 75% der Mannschaft trotzdem in der Qualifikationsrunde zwei Übungen durch zu turnen. Das war das Positive. Das war das, was DSINA immer propagierte. Wenn du durchturnst dann zwingst du die Konkurrenz, auch durchturnen zu müssen. Auch wenn die Leistung nicht von höchster Qualität ist. Desto höher die Qualität der geturnten Übung, desto höher ist der Druck, den die Konkurrenz zu spüren bekommt. Eine einfache Methode, die Konkurrenz psychisch negativ beeinflussen zu können gibt es nicht.


Jetzt kommen wir zum DTB Bericht vom 19.11.2022

WM-Gold für Pfleiderer/Vogel

https://www.dtb.de/trampolinturnen/news?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=11597&cHash=5281454d8792a9ed7f1db496e118b01c

Das deutsche Trampolin-Synchronpaar ist bei den Titelkämpfen in der bulgarischen Hauptstadt nicht zu schlagen


DSINA

Es gibt nichts, was DSINA hier hinzu zu fügen hat. Matthias und Fabian haben sich von Qualifikationsrunde 1 zu Runde 2 gesteigert und letztendlich den ersten Platz im Finale für sich geholt. Sie waren von denen vor Ort das stärkste Synchronpaar und haben verdient Gold gewonnen. DSINA gratuliert den beiden zu deren gelungenem ersten Platz beim Synchronwettbewerb. Seien wir ganz ehrlich, wer wünscht sich nicht einen solchen Erfolg.


Fazit

Die Weltmeisterschaften in Sofia sind nun vorbei und haben ein ‚Happy End‘ zur Saison 2022 gefunden. Deutschland kann mit den Platzierungen bei den Weltmeisterschaften mehr als zufrieden sein.


DSINA schrieb in dessen Vorschau am 14.10.2022 folgendes:

Die Frage aber ist, kann sich Deutschland mit den Ergebnissen zufrieden geben?

Platzierungen sind das eine und Ergebnisse sind was ganz anderes, sie sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel! DSINA untersucht in dessen nächsten Berichterstattung den Unterschied.


Unter diesem Aspekt fahren wir fort.

DSINA will auf keinen Fall die Euphorie über die verdienten Platzierungen der deutschen Nationalmannschaft weder beim Teamevent noch dem Synchronevent schmälern, um Gottes Willen. Aber Tatsache ist, ein Land wie Deutschland und ein Verband wie der DTB muss in der Lage sein, sowohl Misserfolge wie auch Erfolge analysieren zu können und darauf, im positiven Sinne, zu reagieren. Das tuen die Verantwortlichen aber nicht. Misserfolge werden relativiert und ignoriert. Wiederum werden Erfolge wie die bei den Weltmeisterschaften bejubelt um den wahren Zustand der ‚Ist Situation‘ zu verschleiern. Was von Seiten der Verantwortlichen irgendwie verständlich erscheint. Aber das hilft nichts. Fakt ist, DTBs Fachgebiet Trampolinturnen stagniert und zwar seit Jahren.

Das kann nicht sein, könnte man argumentieren. Schließlich hat Deutschland die drittstärkste Männermannschaft der Welt und was ist mit dem Weltmeisterschaftstitel im Synchronturnen?


DSINA

Das ist richtig aber bleiben wir beim DTB Bericht ‚WM-Gold für Pfleiderer/Vogel‘ in dem folgendes zu lesen ist:

https://www.dtb.de/trampolinturnen/news?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=11597&cHash=5281454d8792a9ed7f1db496e118b01c

„Mit zwei Medaillen hätten wir nicht gerechnet“, sagte Prokesova zum WM-Abschluss. „Vielleicht mit einer im Synchron, aber nicht mit Gold und nicht mit Bronze im Team.“

Laut eigener Aussage ist die Bundestrainerin „Mit zwei Medaillen hätten wir nicht gerechnet“ ein Fall eingetreten.

Die Frage ist, warum ‚nicht damit gerechnet‘? Weil die Ergebnisse der Qualifikationswettkämpfe im Vorfeld zu den Weltmeisterschaften katastrophal waren. Das könnte eine Antwort auf die Frage sein.

Warum diese Haltung, warum die Überraschung und ist Erfolg nicht planbar? Selbstverständlich ist er planbar, man muss es nur planen und den Plan in die Tat umsetzen.

Haben die Verantwortlichen keine Pläne, an die sie sich halten? Nirgendwo ist der Hauch einer Strategie im Vorfeld zu einem Ereignis wie die einer Weltmeisterschaft zu erkennen. Keine Strategie, keine Marschroute mit zu erwartenden Erfolgsaussichten. DSINA hat in zahlreichen Podcasts und Blogs systematisch dokumentieren können, dass die Verantwortlichen im Fachgebiet Trampolinturnen keine solche Maßnahmen ergreifen. Weit davon entfernt.

Deshalb, kann eine Bundestrainerin mit zwei Medaillen nicht rechnen, ins besondere wenn Deutschland zu einer Weltmeisterschaft fährt mit einer Mannschaft, die zu zwei Drittel, sprich 66%, nicht die eigenen und großzügig ausgelegten Qualifikationskriterien schaffen kann. So konnte keiner damit rechnen und am allerwenigsten die Bundestrainerin selbst.

Nichtsdestotrotz haben sie gute Platzierung bei den Weltmeisterschaften erreichen können. So könnte man argumentieren.


DSINA

Wie so oft in der Vergangenheit, stützen sich die Verantwortlichen auf das Prinzip Hoffnung. Qualifizierte oder nicht qualifizierte Sportler / Sportlerinnen, das spielt keine Rolle, wir, der DTB, haben finanziell die Möglichkeit eine komplette Mannschaft zur WM zu schicken und so wird’s gemacht. Wer weiß, vielleicht klappt es ja doch.

Und wenn s nicht klappt? Kein Problem. Es findet keine Analyse statt, niemand fragt nach, keiner kontrolliert und es entstehen keine Konsequenzen. Nach dem Motto, bloß keine schlafenden Hunde wecken.


So gab die Bundestrainerin dies auch zu in dem sie folgendes sagte. DSINA zitiert:

„… Prokesova zum WM-Abschluss. „Vielleicht mit einer in Synchron, aber nicht mit Gold und nicht mit Bronze im Team.“

Und dass, trotz bester Voraussetzungen. Nicht zu vergessen, aufgrund des Aggressionskriegs in der Ukraine sind die Russischen und Weißrussischen Mannschaften ausgeschlossen. Die beiden Länder gehören zu den besten der Welt. Das sind 8 Frauen und 8 Männer, die bei den diesjährigen Weltmeisterschaften gefehlt haben. Eine bessere Chance, das Halbfinale und das Finale bei einer Weltmeisterschaft zu erreichen, gab es bisher noch nie.

Dazu kam ‚Lady Luck‘ ins Spiel. Die Chinesische Männermannschafft hatten einen nie dagewesenen schlechten Auftritt bei den Weltmeisterschaften abgeliefert und spielten keine Rolle mehr. Die Japaner lagen bei der ersten Synchron-Qualifikationsrunde vor Deutschland. Verletzungsbedingt musste Japan auf eine weitere Teilnahme am Synchronwettbewerb verzichten. Und die Chinesen, warum auch immer, sind obwohl gemeldet, nicht an den Start gegangen.

Aber all das durfte Deutschland nicht interessieren. Für solche Zustände ist Deutschland nicht verantwortlich und hat wie schon erwähnt die beste Leistung des Tages abgeliefert.

Bleiben wir aber beim DTB Bericht ‚WM-Gold für Pfleiderer/Vogel‘ in dem folgendes steht:

‚Auf gutem Weg in Richtung Paris‘

Ein Zitat von die Bundestrainerin. „Es hätten alle super geliefert, und nur zwei Übungen insgesamt wurden nicht zu Ende geturnt „Der Rest hat gesessen, ich kann eine super Bilanz ziehen.“

Auch DTB-Sportdirektor Thomas Gutekunst zog ein „sehr positives“ WM-Fazit. „Wir haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg zu den Olympischen Spielen in Paris sind.

Wie geschrieben, Deutschland kann mit den Platzierungen bei den Weltmeisterschaften mehr als zufrieden sein. Die Frage aber ist und bleibt, kann sich Deutschland mit den Ergebnissen zufrieden geben?


Die Antwort muss ein eindeutige ‚Nein‘ sein.


DSINA kann weder die Äußerungen von der Bundestrainerin noch vom Sportdirektor bezüglich deren optimistischen Outlook für das Jahr 2023 nachvollziehen.

Warum nicht, es läuft nach Platzierungen wie geschmiert?

Bekanntlich findet im Jahr 2023 ein überwiegender Teil der Qualifikationswettkämpfe für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 statt. Die Bundestrainerin sagte folgendes:

„Aber es geht erst im nächsten Jahr um alles.“ Dann werden die Tickets für die Olympischen Spiele 2024 in Paris vergeben.“

Was DSINA beunruhigend findet ist der erste Satz, „Aber es geht erst im nächsten Jahr um alles.“ Und zwar die vier Worte ‚erst im nächsten Jahr‘. Obwohl Deutschlands Bilanz, was die Platzierungen bei der WM betrifft, mehr als zufrieden war, bei den Olympischen Spielen gibt es weder ein Teamevent noch einen Synchronwettbewerb, an dem Deutschland sich erfreuen könnte, nur Einzelergebnisse.

Der erste Weltcup findet am 18.02.23 in Baku/Azerbaijan statt. Sprich, ab dem Zeitpunkt der Erscheinung dieses Podcasts und Blogs, sind es nur noch knapp zwei Monate bevor es losgeht.


Schauen wir die einzelnen Ergebnisse der deutschen Nationalmannschaft an.

Ladies first, Leonie erreichte das Halbfinale, in dem sie den 20. Platz mit einer Punktzahl von 53.170 belegte. Auf dem 27. Platz lag die Mexikanerin Dafne Navarro mit 52,57 Punkten, als erste Reserve für einen Platz im Halbfinale. Das ist eine Differenz von nur sechs Zehnteln, die den Unterschied zwischen Halbfinale ausmachen oder auch nicht. Die restlichen Aktiven, die zwischen Leonies 20. Platz und Dafnes 27. Platz betrug weniger als 4 Zehntel, 35 Hundertstel um genau zu sein.

Leonie ist dafür bekannt, nicht die stabilste Turnerin zu sein und deshalb gehört Leonies 20. Platz mit 53.170 Punkten zu den Top Ergebnissen des Jahres 2022. Statistisch gesehen stehen die Chancen, die notwendige Serie von Übungen, die mindestens 53 Punkte und mehr durch zu turnen sind, nicht gerade gut. Obwohl Leonie sich im Halbfinale um 65 Hundertstel steigern konnte und den 11. Platz bei einer Weltmeisterschaft belegte, die Unsicherheit bleibt.rnt sie ihre Übung durch und wenn ja, erreicht sie das Halbfinale?

Wenn aber alles optimal für Leonie läuft, ist sie auf alle Fälle das momentan Beste, was Deutschland zu bieten hat. Deshalb ist und wird sie überall eingesetzt auch wenn sie nicht in der Lage ist, Qualifikationsnormen zu erfüllen. Ein gefährlicher Zustand der sie in ihrer Komfortzone gefangen hält und von dem sie sich befreien müsste um bei den Olympischen Spielen in Paris dabei zu sein.


Aileen Rösler wiederum spielte bei den Weltmeisterschaften, warum auch immer, keine Rolle. Wie sich Aileen in Baku beim ersten Weltcup 2023 präsentieren wird, ist ungewiss. Eins ist klar, sie ist die Zukunft des Trampolinsports bei den Damen in Deutschland. Unklar ist, in wie weit wird sie ihren Stempel international gesehen aufdrücken können?

Ziel für beiden Athletinnen war, laut Cheftrainerin Katarina Prokesova, der Einzug ins Halbfinale. Wenn es gut läuft, auch mehr – dies gilt insbesondere für den Synchronwettbewerb. Leonie erreichte das Halbfinale, Aileen mit ihrem 45. Platz nicht und im Synchronwettbewerb gingen die beiden nicht an den Start.


Jetzt zu den Männern.

DSINA

Die Durchschnittsleistung der drei Mitglieder der Nationalmannschaft, die sich für das Teamevent qualifizieren konnte, betrug 56,676 Punkte. Interessant, die Durchschnittsleistung der drei Männer, sprich 75% der Mannschaft, die sich für das Halbfinale nicht qualifizieren konnte war 56.62 Punkten. Nicht gerade eine Weltklasse Leistung.

Ein Blick auf die Ergebnisse der Qualifikationsrunde für einen Platz im Halbfinale ergibt folgendes, Corey Walkes von Großbritannien erreichte den 31. Platz mit 57,010 Punkten. Sprich, der 31. Platz mit einer Punktzahl von 57,010 liegt 39 Hundertstel über dem, was 75% der Deutschen Männer durchschnittlich in der Lage war, bei einer WM zu turnen.


WM-Gold für Pfleiderer/Vogel

Das deutsche Trampolin-Synchronpaar ist bei den Titelkämpfen in der bulgarischen Hauptstadt nicht zu schlagen.

Diese Schlagzeile vermittelt den Eindruck einer turnerischen Souveränität, die keinesfalls vorhanden ist und dient nur dem Zweck einer Verschönerung der tatsächlichen Zustände einer einst so stolzen Sportart.

Was die Souveränität betrifft, nehmen wir beispielsweise Matthias Pfleiderer, der frisch gebackene und verdiente Weltmeister im Synchronturnen. Im Vorfeld zu den Weltmeisterschaften in Sofia konnte sich Matthias, wie auch bei den Qualifikationswettkämpfen für die Europameisterschaften, für die WM nicht regelkonform qualifizieren.

Wie waren seine Ergebnisse bei der WM im Einzelwettbewerb?

Nicht vergessen und wie schon erwähnt, es gibt beim Weltcup in Baku in knapp zwei Monaten kein Teamevent und kein Synchronturnen, nur Einzelergebnisse, die für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen anerkannt werden.

Die Ergebnisse seiner Durchschnittsleistung ergab eine Punktzahl von gerade mal 55.93 Punkten, was für Matthias wiederum, als Schlusslicht der Nationalmannschaft, den 39. Platz beim Einzelwettbewerb bedeutete. Seine Durchschnittsleistung in der Haltung 14,20, das waren gerade noch 7,10 Punkte in der Haltung. Seine Durchschnittsleistung in der Time of Flight war 16.72. Seine Durchschnittsleistung beim HD waren gerade 9,10.

Das ist alles andere als souverän.


Wie in diesem Podcast und Blog zu sehen ist, es gibt doch einen Unterschied zwischen Platzierungen und Ergebnissen. Das eine hat nur bedingt mit dem anderen zu tun. Zum wiederholten Mal, die Platzierungen der Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Sofia können sich sehen lassen. Wiederum, aufgrund der Ergebnisse, kann und darf keine falsche Euphorie bei der Nationalmannschaft für das kommende Jahr 2023 entstehen. Das wäre in Deutschlands weiterhin prekärer Situation absolut tödlich.


Wie immer, in diesen schwierigen Zeiten, passt auf euch auf. Bleibt gesund und munter, euer Podcaster und Blogger.

David Pittaway

Als Sportbegeisteter, Trampolin Enthusiast und immer für unsere Sportart mit dem Herzen dabei hat Dave sehr viel in der Vergangenheit erreicht.
Jetzt ist es Zeit einiges an Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben.

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